Was ist BFRB? Knibbeln, Haare ausreißen und Nägelkauen – verständlich erklärt
BFRB ist der Sammelbegriff für Verhaltensweisen wie Knibbeln, Haareausreißen oder Nägelkauen. Was dahintersteckt – verständlich erklärt, ohne Fachchinesisch.
Was ist BFRB? Knibbeln, Haare ausreißen und Nägelkauen – verständlich erklärt
Vielleicht kennst du das: Du knibbelst an deiner Haut, reißt dir Haare aus oder kaust an den Nägeln – immer wieder, fast wie von selbst. Und vielleicht hast du dich schon oft gefragt, was das eigentlich ist und warum du nicht einfach aufhören kannst. Die gute Nachricht zuerst: Es hat einen Namen, es ist viel verbreiteter, als du denkst, und du bist damit nicht allein. Der Begriff dafür ist BFRB.
Was bedeutet BFRB?
BFRB steht für „Body-Focused Repetitive Behaviors“, auf Deutsch: körperbezogene wiederholende Verhaltensweisen. Gemeint sind Verhaltensweisen, bei denen man sich immer wieder am eigenen Körper zu schaffen macht. Die drei häufigsten Formen sind: an der Haut knibbeln (Skin Picking), sich Haare ausreißen (Trichotillomanie) und Nägelkauen. Dazu kommen weitere Formen, etwa das Beißen an Lippen oder Wangeninnenseiten. So unterschiedlich sie wirken – ihnen liegt ein ähnliches Muster zugrunde.
Woran erkenne ich ein BFRB?
Typisch ist, dass das Verhalten wiederholt auftritt und sich schwer stoppen lässt. Oft passiert es nebenbei, fast automatisch – viele beschreiben eine Art Trance, in der die Zeit vergeht, ohne dass man es richtig merkt. Davor steht häufig ein innerer Drang oder eine Anspannung, danach eine kurze Erleichterung und nicht selten Scham.
Wichtig ist die Einordnung: Fast jeder Mensch kaut mal an einem Nagel. Zu einem belastenden BFRB wird es erst, wenn ein spürbarer Leidensdruck entsteht oder der Alltag darunter leidet – nicht an einer bestimmten Häufigkeit.
Du bist nicht allein
Warum macht man das? Es ist keine Willensschwäche
Ein BFRB ist kein Zeichen von fehlender Selbstkontrolle. Für viele ist es eher eine Art Ventil: Das Verhalten hilft dem Nervensystem kurzfristig, mit Anspannung, Stress, Langeweile oder starken Gefühlen umzugehen. Genau deshalb ist „Hör doch einfach auf“ kein hilfreicher Rat. Es geht nicht darum, sich mehr anzustrengen, sondern darum, neue, sanftere Wege zu finden.
Ist das schlimm – und was hilft?
Ein BFRB ist nichts, wofür man sich schämen muss. Viele Menschen finden Schritt für Schritt einen guten Umgang damit. Es gibt erprobte Selbsthilfe-Ansätze – etwa die eigene Wahrnehmung zu schärfen, die Hände bewusst zu beschäftigen oder die gewohnte Bewegung sanft umzulenken (Entkopplung). Und vielleicht das Wichtigste: Gemeinsam mit anderen, die das Gleiche erleben, fällt Dranbleiben spürbar leichter.
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